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Wiener Schnitzel

 


Die wahre Geschichte des Wiener Schnitzels: Zwischen Mythos und kulinarischer Wirklichkeit

Das Wiener Schnitzel, ein paniertes Kalbsschnitzel, gilt als Inbegriff der Wiener Küche und ist weltweit beliebt. Doch die Geschichte hinter diesem Gericht ist komplexer und spannender als man denkt.

Von Mailand nach Wien: Die Legende vom Wiener Schnitzel und Feldmarschall Radetzky

Eine weit verbreitete Legende besagt, dass Feldmarschall Joseph Radetzky von Radetz das Rezept für das Wiener Schnitzel im Jahr 1857 aus Italien nach Wien gebracht hat. Demnach war er von der "Cotoletta alla milanese", einem ähnlichen Gericht aus Mailand, so begeistert, dass er das Rezept nach seiner Rückkehr an den Wiener Hofkoch weitergab.

Falscher Held: Historische Forschung widerlegt die Legende

Diese Geschichte entbehrt jedoch jeder Grundlage. Der Sprachforscher Heinz-Dieter Pohl konnte 2007 nachweisen, dass die Verbindung zwischen Radetzky und dem Wiener Schnitzel erfunden ist. Er fand heraus, dass die Geschichte vom Wiener Schnitzel und Radetzky erst 1869 in einem Buch über italienische Gastronomie erwähnt wird. 

Dieses Buch erschien 1871 auf Deutsch unter dem Titel "Italien tafelt". Darin wird allerdings behauptet, dass die Geschichte stattdessen die "Cotoletta alla milanese" betraf und Radetzky lediglich als Befürworter dieses Gerichts erwähnt wird. Vor diesem Zeitpunkt war die Geschichte in Österreich unbekannt.

Die wahre Geschichte: Wiener Schnitzel mit italienischen Wurzeln

Die erste bekannte Erwähnung des "Wiener Schnitzels" findet sich in einem Kochbuch aus dem Jahr 1831. In dem populären süddeutschen Kochbuch von Katharina Prato wurde es allerdings noch als "eingebröselte Kalbsschnitzel" bezeichnet.

Es ist daher wahrscheinlich, dass das Wiener Schnitzel zwar von der "Cotoletta alla milanese" inspiriert wurde, sich im Laufe der Zeit aber zu einem eigenständigen Gericht mit eigener Identität entwickelt hat.

Fazit: Ein kulinarisches Juwel mit unklarer Herkunft

Die Geschichte des Wiener Schnitzels ist eng mit der italienischen Küche verbunden. Der genaue Ursprung des Gerichts ist jedoch unklar und die Legende von Radetzky und dem Wiener Schnitzel entbehrt jeder Grundlage.

Das Wiener Schnitzel bleibt dennoch ein kulinarisches Juwel, egal ob seine Geschichte nun auf den kaiserlichen Hof oder die italienische Küche zurückzuführen ist.

Zusätzliche Informationen:

  • Rezept: Das Wiener Schnitzel wird aus dünn geklopften Kalbsschnitzeln hergestellt, die in Mehl, Ei und Semmelbrösel paniert und anschließend goldbraun gebacken werden.
  • Servierung: Traditionell wird das Wiener Schnitzel mit Pommes Frites, Reis oder Kartoffeln und Preiselbeeren serviert.
  • Variationen: Es gibt verschiedene Variationen des Wiener Schnitzels, z. B. das "Wiener Schnitzel vom Schwein" oder das "Zigeunerschnitzel" mit einer Paprikasauce.
Andere Länder: In anderen Ländern kann das Gericht auch andere Namen haben, z. B. "Wiener Kalbsschnitzel" oder "Wiener Schnitzel à la Viennoise".

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